Welches Öl braucht mein Auto?

25. Jul 2016

| Sven

Oel wechseln

Die Frage nach dem richtigen Öl fürs Auto stellen sich viele Fahrzeughalter, wenn der Ölwechsel ansteht. Die Marke des Öls kann bei der Wahl grundsätzlich außer Acht gelassen werden und auch der Preis ist in der Regel kein eindeutiges Kriterium für die Qualität. Konzentriert euch stattdessen auf die SAE-Viskositätsklasse, die API-Klassifikation und die ACEA-Spezifikation. Manche Fahrzeughersteller geben darüber hinaus eigene Kriterien an, die das Öl erfüllen muss. Diese Daten findet ihr entweder in der Betriebsanleitung oder im Serviceheft eures Autos. Falls ihr darauf gerade keinen Zugriff haben solltet, fragt ihr am besten beim Hersteller nach oder orientiert euch an Datenbanken im Internet.

 

ACHTUNG!

Falsches Öl kann zu Motorschäden führen. Da der Schaden fahrlässig verursacht wurde, verfällt in der Regel die Garantie und auch die Versicherung wird voraussichtlich die Zahlung verweigern.

Welche Funktionen hat das Motoröl?

Öl dient im Motor nicht nur der Schmierung. Die Reibungsminderung und damit die Verschleißvorbeugung sind natürlich wichtig, doch das Öl fungiert auch als Kühlmittel, da nicht alle Motorteile die Wärme direkt an die Kühlflüssigkeit bzw. die Umgebungsluft abgeben können. Öl schützt vor Korrosion, dämpft Geräusche und stellt sogar die Feinabdichtung zwischen Kolbenring und Zylinderwand her. Durch die Mitnahme von Abrieb, Ablagerungen und Verbrennungsrückständen, die dann im Ölfilter hängenbleiben, übernimmt es schließlich auch eine Reinigungsfunktion.

 

Motoröl beim Auto wechseln

Der Ölwechsel ist grundsätzlich nicht schwierig, solange ihr das richtige Öl verwendet und das Altöl fachgerecht entsorgen könnt.

Warum ist die Viskosität so wichtig?

Unter Viskosität versteht man den Fließwiderstand einer Flüssigkeit, woraus sich der Begriff Zähflüssigkeit ableitet. Die Zähflüssigkeit beeinflust das Fließverhalten maßgeblich. Dünnflüssige Öle mit geringer Viskosität verteilen sich schnell und in alle Winkel, während dickflüssige Öle einen tragfähigeren Schmierfilm bilden. Je nach Motorkonzept kann das eine oder andere besser sein und nur der Hersteller weiß, welche Eigenschaften das Öl für den konkreten Motor haben muss. Ein Qualitätskriterium für Öl ist die Viskosität daher nicht. Damit sprichwörtlich alles wie geschmiert läuft, muss das Öl alle beweglichen Teile und Lager erreichen sowie die oben genannten Funktionen erfüllen. Dabei darf der Öldruck jedoch nicht zu groß werden, da sonst die Motordichtungen beschädigt werden. Durch „überdrückte“ Dichtungen tritt Öl aus und die Umwelt wird belastet. Wer das Leck ignoriert, riskiert Schäden am Motor.

 

Was bedeutet die SAE-Viskositätsklasse

Die SAE-Klassifikation der Society of Automotive Engineers wird seit 1911 vergeben und Motoröl entsprechend der Norm SAE J300 eingeordnet. Gemessen wird die Zähflüssigkeit des Öls in mm²/s bei 100°C. Dieser Wert liegt deutlich unter den Arbeitstemperaturen im Motor und dient lediglich der Normung.

 

SAE-Viskositätsklassen

Motoröl min. Viskosität bei 100 °C
SAE 16 5,6 mm²/s
SAE 20 6,9 mm²/s
SAE 30 9,3 mm²/s
SAE 40 12,5 mm²/s
SAE 50 16,3 mm²/s
SAE 60 21,9 mm²/s

 

Da alle Liquide mit abnehmender Temperatur immer zähflüssiger werden, das Öl aber pump- und fließbar bleiben muss, legt die Norm SAE J300 auch eine maximale Zähflüssigkeit fest. Relevant ist das vor allem im Winter und in nördlichen Gefilden. Im Test kann dann die Tiefsttemperatur ermittelt werden, bei denen das Öl die Bedingungen noch erfüllt. Je kleiner der Wert, desto besser ist das Öl auch für Minusgrade geeignet.

 

SAE Winter-Klassifizierung

Motoröl Tiefsttemperatur
SAE 0W -40°C
SAE 5W -35°C
SAE 10W -30°C
SAE 15W -25°C
SAE 20W -20°C
SAE 25W -15°C

 

Der Ölwechsel

Aktuelle Mehrbereichsöle können in der Regel durchgänging im Sommer und im Winter eingesetzt werden. Ein Beispielöl mit der Klassifikation 15W-40 ist daher bis -25°C einsetzbar und verfügt über eine mittlere Zähflüssigkeit. Der Ölwechsel orientiert sich auch nicht mehr an der Jahreszeit sondern am Alterungsprozeß des Öls. Achtet auf die durch den Hersteller vorgegebenen Wechselintervalle und schaut bei kfzteile24.de vorbei. Dort gibt es immer passende und günstige Öle für alle gängigen Automarken. Falls ihr den Ölwechsel selbst vornehmen wollt, dann gibt euch das folgende Video-Tutorial hilfreiche Tipps und Tricks und unter den folgenden nützlichen Links könnt ihr einfach euren Wagen auswählen und bekommt passende Öle mit den entsprechenden Normen angezeigt: Motul, Mobil oder Aral.

 

 

In unserem Blogbeitrag zum Thema Ölwechsel haben wir den Vorgang noch einmal ausführlich beschrieben.

 

Was bedeuten ACEA, API, ILSAC, JAMA oder JASO?

Hinter diesen Abkürzungen verbergen sich Interessenverbände der Automobilindustrie, die für ihren jeweiligen Markt Motoröle klassifizieren. Für europäische Fahrzeuge ist insbesondere die ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) interessant, die jedoch die US-Prüfläufe des API (American Petroleum Institute) berücksichtigt, um eine Übertragbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Einordnungen nach ILSAC, JAMA und JASO sind vor allem in Asien relevant.

“Was sind OBD-2-Fehlercodes?”

“Auto abschleppen – Verhaltenstipps”

1 Kommentare

  • Ich denke, hier in Deutschland geht 5w30 völlig in Ordnung um die Viskosität auch bei kalten Temperaturen zu gewährleisten. Ich persönlich lasse den Ölwechsel bei allen 20.000km vornehmen. Mit Liqui Moly hab ich bisher gute Erfahrungen gemacht.

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